Schmiedestraße*

Styrum

Schmiedestraße heißt seit November 2000 eine neue kleine Straße in einer Styrumer Wohnsiedlung, die 1893 ursprünglich als Arbeiterkolonie der in der Nachbarschaft gelegenen Thyssenwerke errichtet worden war. Die Siedlung liegt zwischen Moritzstraße und Hauskampstraße, wobei diese beiden Straßennamen auf das auch in der Nähe gelegene Schloss Styrum hinweisen.

Andere Straßennamen in der Siedlung nehmen ebenfalls Bezug auf die Styrumer Schlossherrschaft (Limburgstraße, Eberhardstraße). Einige Straßen der Wohnsiedlung tragen Namen von Werkzeugen wie Hammerstraße, Meißelstraße, Schlägelstraße und Eisenstraße. Damit wird an die für einen Bergmann nötigen, nützlichen Werkzeuge und Arbeitsgeräte erinnert. Jeweils zwei Werkzeuge zu einem Namenspaar zusammengefasst stehen geradezu als Symbol des Bergbaus. „Schlägel und Eisen“ sind das „Gezähe“ (Werkzeug) des Bergmanns, das früher jeder Bergmann bei sich trug oder in der „Gezähekiste“ sorgfältig aufbewahrte. Übersetzt heißen die genannten Begriffe soviel wie Fäustel (Fausthammer) und Spitzkeil und sind fast identisch mit dem Begriffspaar „Hammer und Meißel“. Diese Werkzeuge wurden zuerst für den viel älteren Erzbergbau entwickelt und dann später im Steinkohlenbergbau noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts verwandt. Eine der Siedlungsstraßen hieß ursprünglich Thyssenstraße und wurde während des zweiten Weltkriegs (1941) in Meißelstraße umbenannt. (s. Wolfgang Meißner, Zeitschrift des Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr, Heft 71/1999).

Die Benennung Schmiedestraße geht sicher darauf zurück, dass im Thyssenwerk Schmieden und Schlossereien als Basis des Werkes die handwerklichen Grundlagen für die Eisen-und Stahlverarbeitung bildeten. Damit war nicht nur die Herstellung von einfachen Werkzeugen, sondern auch die Konstruktion von Maschinen gegeben, die wiederum einen weiteren industriellen Fortschritt in der Anwendung von Eisen und Stahl als Werkstoff ermöglichten.
Stand: 2008

Historie:

  • 16/11/20 - Schmiedestraße
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