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Dokumentarfilm: „AUF DER SUCHE NACH FRITZ KANN“

16. Januar 2023 | 19:30 bis 21:00

9,00EUR

In dem von der Filmstiftung NRW geförderte Dokumentarfilm AUF DER SUCHE NACH FRITZ KANN wird die Suche nach einem aus Mülheim an der Ruhr stammenden jüdischen Mannes geschildert.

Der Regisseur Marcel Kolvenbach ist Professor für Dokumentarfilm an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Er ist seit 25 Jahren mit der Kamera in Lateinamerika, Afrika und Europa unterwegs und ein international ausgezeichneter Dokumentarfilmemacher.

„AUF DER SUCHE NACH FRITZ KANN“ ist ein sehr persönlicher Film von ihm. Kolvenbach stieß bei Recherchen zur eigenen Familie auf eine Unterschrift von Fritz Kann. Wer war Fritz Kann? Darüber herrschte in der Familie lange Zeit Schweigen, kein einziges Foto verriet seine Existenz. Kolvenbach fand heraus, dass Fritz Kann in 1. Ehe mit seiner Großmutter verheiratet war. Er war jüdischer Herkunft. Wurde die Ehe aufgrund der 1935 in Kraft getretenen Rassegesetze geschieden? Diese Gesetze sollten Eheschließungen zwischen einem jüdischen und einem nichtjüdischen Ehepartner verhindern.

In 90 Minuten führt die Suche nach Fritz Kann von einem ehemaligen Schlachthof in Düsseldorf über Polen nach Argentinien, Ost-Berlin sowie nicht zuletzt nach Mülheim an der Ruhr. Im Stadtarchiv gibt es eine Vielzahl an Informationen über die bis zum Holocaust in Mülheim verwurzelte Familie Kann. Diese Familieninformationen aus Personenstands- Einwohnermeldedaten sowie Schulüberlieferungen waren maßgeblich dafür, dass Kolvenbach in Berlin lebende Angehörige der Familie Kann ausfindig machen konnte. Elke Tischer und Hans-Joachim Gutmann waren am 4. Mai 2022 auch dabei, als Stolpersteine für Lina Kann, ihre Großmutter und Mutter von Fritz Kann sowie für Jeannette Gutmann (Fritz´ Schwester) und ihre Kinder bzw. Fritz Kanns Neffen Hans, Fritz und Kurt an der Friedrich-Ebert-Straße 72 verlegt wurden. Elke Tischer (geb. Gutmann) und Hans-Joachim Gutmann sind die Kinder von Kurt Gutmann. Fritz Kann ist ihr Großonkel. Sie setzen sich seit Jahren ganz im Sinne Ihres Vaters – Kurt Gutmann – für Versöhnung, ein friedliches Miteinander und Toleranz in der Gesellschaft sowie gegen Ausgrenzung, Hass und Hetze ein. Deshalb werden sie auch – zusammen mit dem Regisseur Marcel Kolvenbach – zur Filmprämiere nach Mülheim an der Ruhr kommen und nach der Filmaufführung für Fragen zur Verfügung stehen.

Zuvor wird der Film am 16.1. nachmittags in der Luisenschule gezeigt werden. Auch dort haben die Schüler*innen die Möglichkeit sich anschließend mit dem Filmemacher und den Angehörigen auszutauschen.

Das Integrationszentrum in Mülheim an der Ruhr fördert und koordiniert die Teilnahme von Schulklassen am Filmprojekt als Aktion im Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage am 17.1.2023 mit zwei Veranstaltungen am Vormittag.

Die vorhandenen Lücken in der Familiengeschichte werden im Film durch die israelische Tänzerin Reuth Shemesh neu interpretiert. In ihrer Choreografie schafft sie einen imaginären Raum für das Erinnern als ein Handeln im Jetzt, heute in Zeiten des wachsenden Antisemitismus in Europa!

Details

Datum:
16. Januar 2023
Zeit:
19:30 bis 21:00
Eintritt:
9,00EUR
Webseite:
https://filmspiegel-essen.de/kinos/rio/

Veranstalter

RIO Filmtheater
Telefon
+4920874038383
Veranstalter-Website anzeigen

Veranstaltungsort

Filmtheater Rio, Synagogenplatz 3, 45468 Mülheim
Synagogenplatz 3
Mülheim an der Ruhr, 45468 Deutschland
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Telefon
0208 740 38 38 3
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