/

250. Geburtstag der Königin Luise von Preußen

Gemälde von Josef Mathias Grassi: Luise von Mecklenburg-Strelitz (c) Wikimedia 

von: Michaela Schloemann

Friederike von Hessen-Darmstadt und Karl II von Mecklenburg-Strelitz ahnten am 10. März 1776 sicher nicht, dass ihr sechstes Kind 23 Jahre später Königin von Preußen und Mutter zweier Herrscher würde. Die Mutter konnte Luise Auguste Wilhelmine Amalie Herzogin zu Mecklenburg-Strelitz nicht einmal aufwachsen sehen. Sie starb als Luise sechs Jahre alt war.

Nach dem Tod ihrer Stiefmutter und Tante Charlotte drei Jahre später übernahm fortan die verwitwete Großmutter in Darmstadt die Erziehung. Marie Luise Albertine von Hessen-Darmstadt bot Luise und ihren Geschwistern ein liebevolles und eher (groß)bürgerliches Umfeld, das auch mehrere Reisen zum Schloss Broich beinhaltete. Aus der schlechten, unkonzentrierten, aber emphatischen Schülerin wurde nach ihrer Heirat mit Friedrich Wilhelm lll im Jahr 1797 die Königin von Preußen. Einerseits argwöhnisch beäugt, andererseits für ihre Schönheit und Güte bewundert, lebte sie bis zu ihrem frühen Tod 1810 ein Leben zwischen Verlusten und Erwartungen, Bürgerlichkeit und Aristokratie, Natürlichkeit und höfischem Protokoll, Freiheit und französischer Fremdbestimmung.

Trotz des gescheiterten Versuchs Napoleon nach der Niederlage um Gnade für Preußen zu bitten, wird sie nicht nur Lebzeiten, sondern vor allem nach ihrem Tod zutiefst als Königin, Mutter und Kämpferin für ihr Vaterland verehrt.

Es entsteht in den nächsten 200 Jahren ein sich wandelnder Luisen-Kult, der sich auch heute noch in Mülheim an der Ruhr z.B. in der Prinzeß-Luise-Straße, an der Luisenschule und in der Freimauerloge Broich zur verklärten Luise zeigt. 

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner