Die Bahnanlagen in Broich und Speldorf

Bahnanlagen des Eisenbahnausbesserungswerks in Speldorf um 1960 (Quelle: Martin Menke / Eisenbahnfreunde Mülheim)
Bahnanlagen des Eisenbahnausbesserungswerks in Speldorf um 1960 (Quelle: Martin Menke / Eisenbahnfreunde Mülheim)

von: Martin Menke

Ein Bahnknoten entsteht

Speldorf war neben Styrum und Heißen einer der großen Bahnknoten in Mülheim, von dem gleich mehrere Strecken abzweigten. Von hier konnte man über Wedau rechtsrheinisch nach Troisdorf reisen, über Duisburg-Hochfeld die linke Rheinseite erreichen und über Heißen nach Essen fahren. Alle Strecken dienten von Anfang an auch dem umfangreichen Güterverkehr, für den später sogar einzelne Personenzüge gestrichen wurden. Neben dem Empfangsgebäude wurde eine Vielzahl von betrieblichen Anlagen und Gebäuden erbaut. Da alle Dienststellen an den Bahnhof Speldorf angeschlossen waren, gehörten sie auch zu Speldorf, obwohl sie größtenteils im Ortsteil Broich lagen.

In Speldorf erbaute die Rheinische Eisenbahn (RB) 1866 den ersten Bahnhof. Das mächtige Empfangsgebäude mit ausreichend dimensionierten Räumen für die Bahnverwaltung wurde allerdings 1977 abgerissen, nachdem bereits 1970 die letzten Reisezüge hier verkehrt hatten. Der Standort parallel zur Duisburger Straße westlich der Straßenbahnunterführung lässt sich heute noch erkennen, da die gepflasterten Bahnsteige und der Bahnsteigabgang noch vorhanden sind. Ebenfalls erhalten blieben die großen Stationsschilder „Mülheim (Ruhr) Speldorf“ von der Gleis- und „Bahnhof Mülheim (Ruhr) Speldorf“ von der Straßenseite. Die beiden schweren Metallschilder hängen heute im Vereinshaus der Eisenbahnfreunde Mülheim an der Ruhr e.V.

Seitdem 2002 der durchgehende Bahnbetrieb in Richtung Heißen eingestellt wurde, ist Speldorf nun Endpunkt der einstigen Hauptstrecke aus Richtung Duisburg. Der Streckenast nach Wedau wurde 2006 aufgegeben. Somit ist die Mülheimer Hafenbahn der letzte Bahnkunde in Speldorf. Einst waren hier die Schokoladenfabrik Wissoll, der Mülheimer Schlachthof, die Schuhfabrik Otterbeck, das Mülheimer Kohlekontor, die Betriebe der Stadt Mülheim, Schrotthändler und Kleinbetriebe an der Ladestraße Kunden der Bahn. Anschlussgleise und ein reger Wagenaustausch machten sogar 1953 eine eigene Rangierlok erforderlich. Erhalten geblieben sind einige Gebäude und Anlagen des Speldorfer Bahngeländes, die alle in Broich liegen. Hier gab es zusätzlich zwischen 1876 und 1968 den Personenbahnhof Broich der Bergisch-Märkischen-Bahn (BME). Von Styrum kommend wurden die Ruhr und die Strecke der RB gekreuzt und der gegenüber dem Schloss Broich liegende Bahnhof erreicht. Kurioserweise hatten so die Broicher Frachtkunden die Möglichkeit, den jeweils günstigeren Tarifpunkt auszusuchen. Sollte die Fracht in Richtung Styrum/Oberhausen oder Kettwig transportiert werden, suchte man den Broicher Güterschuppen auf, sollte es in Richtung Mülheim/Essen oder Duisburg gehen, war Speldorf der günstigere Bahnhof.

Der kleine Fachwerk-Güterschuppen der BME wurde kurz vor der Landesgartenschau MüGa abgerissen, weil er der Sichtbeziehung zwischen Schloss und Volkshochschule im Wege war. Weite Teile des einstigen Bahndamms der Ruhrtalbahn von Styrum nach Kettwig und die wieder aufgebaute Ruhrbrücke in Styrum werden heute als Radweg genutzt. Bereits zuvor wurde die Eisenbahnbrücke am Schloss Broich mit ihren gusseisernen Stützen abgerissen. Einige der Stützen blieben erhalten und stehen als schmückende „Säulen“ im MüGa-Gelände bzw. am U-Bahnhof Schloss-Broich.

Der Güterschuppen Speldorf

Der denkmalgeschützte Güterschuppen Speldorf wurde mit dem Bau der RB 1866 errichtet. Zu dieser Zeit entwickelte sich der Speldorfer Bahnhof zu einer der wichtigsten Umschlagstationen im Ruhrgebiet. So ist nicht verwunderlich, dass hier der erste deutsche Rangierbahnhof auf ebenem Gelände mit Ablaufberg entstand. Der östliche Teil des Güterschuppens mit zwei großen Türöffnungen und Holzverschalungen an Giebel und Längsseiten stellt den ältesten Bereich dar. Daran angebaut wurde ein viertüriger Lagerhausteil mit Holzfachwerk und Backsteinausfachung, dem später ein Gebäudeteil mit drei Toröffnungen folgte. Die Toranlagen enden in bemerkenswerten Türgiebeln, deren Holzbalken sie nach oben spitzwinklig begrenzen. Diese Dreiecksformen werden von waagerechten Türstürzen weiter gegliedert. Ein auskragendes Satteldach mit Dachflächenfenstern überdeckt diese Bauteile, Laderampen laufen an ihnen entlang. Angefügt ist auch ein eingeschossiger, grau verputzter Backsteinbau mit Stichbogenfenstern in Holzsprossenteilung. Er beherbergte die Verwaltung des Güterschuppens. Nach der Übernahme des Geländes durch die Stadt Mülheim und dem Auszug der damaligen Mieter wurde das Bauwerk durch Vandalismus beschädigt. Seit 2006 bemühen sich die Eisenbahnfreunde Mülheim an der Ruhr e.V. um den Erhalt des Schuppens.

Der Ringlokschuppen

Der heute als Kulturzentrum genutzte, 1904 erbaute Ringlokschuppen war einer von drei nahezu identischen Bauwerken auf dem Speldorfer Bahngelände. Anders als die beiden abgebrochenen Schuppen des 1953 geschlossenen Bahnbetriebswerks Speldorf, wurde der heute erhalten gebliebene Lokschuppen bereits 1941 zum Betriebswagenwerk für die Kraftfahrzeuge der Reichs- und späteren Bundesbahn umfunktioniert. Von 1947 bis 1966 war das Kraftwagenbetriebswerk eine eigene Dienststelle, danach gehörten Fuhrpark und Mitarbeiter zum Kraftwagenbetriebswerk Essen. Nach dem Übergang zum Geschäftsbereich Bahnbus am 1. Oktober 1982 erfolgte die Werksschließung am 1. Juni 1984. Für die Landesgartenschau MüGa wurde der Lokschuppen komplett entkernt und mit neuer Inneneinrichtung versehen. Aus denkmalpflegerischer Sicht ist er weniger einzigartig als der Güterschuppen, da es in der Region viele dieser aus Ziegelsteinen gemauerten Bahngebäude gab und zum Teil für den Bahnbetrieb noch gibt. In Mülheim steht er für die einstige Bedeutsamkeit der Eisenbahnen im Stadtgebiet, auch in Styrum gab es einen ähnlichen Ringlokschuppen. Die ansehnlichsten der noch vorhandenen Elemente des Stahlfachwerkbaus sind die fast komplett erhaltenen Tore der 24 einzelnen Lokstände. Die bereits vor dem Krieg ausgebaute Drehscheibe wird durch einen Betonring an gleicher Stelle symbolisiert.

Der Wasserturm

Für die Versorgung der durchfahrenden, der im Bahnbetriebswerk versorgten und der im Ausbesserungswerk erstmals angeheizten Lokomotiven wurde eine große Menge Speisewasser benötigt. Zusätzlich mussten Werkstätten, Dienstgebäude und die Bahnhofswirtschaft mit Trink- und Brauchwasser versorgt werden. Seit 1877 förderte eine Pumpe in einem Wasserturm mit zwei 150 Kubikmeter großen Behältern das benötigte Wasser. Dieser erste Turm stand westlich neben dem mittleren Ringlokschuppen. Da der tägliche Bedarf bis 1903 auf durchschnittlich 1200 Kubikmeter angestiegen war, musste ein neuer Turm im Streckendreieck der Ruhrtalbahn Styrum–Broich, der RB-Strecke Speldorf–Eppinghofen und des Verbindungsgleises Speldorf–Broich gebaut werden. Für die Versorgung mit Wasser standen drei Brunnen zur Verfügung. Diese waren zusammen mit dem Pumpenhaus auf der von Speldorf kommenden linken Seite der Ruhrbrücke nach Eppinghofen angelegt worden. In langen Trockenperioden lieferten die ersten zwei rund sechs Meter tiefen Brunnen kaum Wasser. Erst der dritte sorgte für ausreichende Wassermengen. Entgegen bisherigen Bauweisen stattete man den Turm mit einem „Klönne-Behälter“ aus, der für reduzierte statische Lasten und damit für eine erhebliche Gewichtseinsparung sorgte. Der nach dem Deutschen-Reichs-Patent Nr. 107890 von August Klönne in Dortmund erbaute Behälter war der größte seiner Art. Das Mauerwerk des Turmschafts besteht aus Ziegelsteinen. Es wird von lisenenartigen Vorsprüngen gegliedert, die in einem Rundbogenfries enden. Die rundbogigen Eisengitterfenster sind durch verputzte, helle Einfassungen betont. Vom Erdgeschoss gelangt man über eine Eisentreppe in die oberen Ebenen. Der Innenraum hat einen Durchmesser von 10,2 m bei einer Wandstärke von 65 cm. Der größte Durchmesser des stählernen Wasserbehälters beträgt 10 m. Von einem in 15,50 m Höhe umlaufenden Wartungsbalkon führt eine fahrbare Leiter bis zur Turmspitze. Für die Wasserregulierung waren je eine fast bis zur Spitze führende Steig- und Überlaufleitung sowie eine am Behältergrund angeschlossene Fallleitung erforderlich.

Nach Aufgabe des Dampfbetriebes Mitte der 1970er Jahre wurde der Wasserturm überflüssig. Das umliegende Gelände diente, nachdem die Ruhrtalbahn 1982 für den restlichen Güterverkehr bis Saarn endgültig stillgelegt worden war, einem Altmetallverwerter als Lagerplatz. Bis nahe zum Turm wurde das verbliebene Gleis noch für die Verladung von Alteisen genutzt. Daher war der Turm vor Vandalismus geschützt. Nach Abzug des Betriebes und der Herrichtung des umliegenden Gartenschaugeländes konnte auch der Wasserturm in die Planung einbezogen werden. Nach einer gründlichen Sanierung und dem Einbau eines Aufzuges 1992 beherbergt er die größte begehbare Camera Obscura der Welt. Seit August 2006 befindet sich im Turm neben der Camera Obscura auch ein Museum zur Vorgeschichte des Films.

Das Stellwerk Heerstraße

Das mechanische Wärterstellwerk „Msw“ an der Heerstraße wurde 2006 aufgewertet, als das modernere Fahrdienstleiter-Stellwerk „Msf“ geschlossen wurde. Während letzeres bereits elektromechanisch arbeitete, ist das Wärterstellwerk immer noch mit der preußischen Hebelmechanik ausgerüstet. Diese alte Technik hat sich aus der Anfangszeit der Eisenbahn bis in die Neuzeit erhalten. Auch das Gebäude mit dem aus Ziegelsteinen gemauerten Erdgeschoss und der holzverkleideten ersten Etage stammt noch aus Zeiten der Rheinischen Bahn. Während im Erdgeschoss die großen Gegengewichte zum Spannen der Drahtseile, der Weichen und Signale untergebracht sind, befinden sich im Arbeitszimmer Hebelbank und Kurbeln für die Schrankenanlage.

Erreicht wird die oberste Ebene über eine gleisseitig angeordnete Außentreppe mit Steg. Eine Unterführung für Fußgänger vor dem Stellwerk machte das Warten vor den oft geschlossenen Schranken überflüssig.

Die Bauten des Ausbesserungswerks Speldorf

Während die zuerst beschriebenen Bauwerke dem regulären Bahnverkehr dienten, wurden die folgenden Gebäude von der RB bzw. später der Deutschen Reichs- und Bundesbahn für die Wartung ihrer Fahrzeuge gebaut. Zunächst wurde 1874 eine Werkstatt für Lokomotiven und Wagen errichtet. Die spätere Hauptwerkstätte für die Güterwagenausbesserung wurde 1914 aus Platzgründen nach Duisburg-Wedau verlagert. Beschädigte Wagen sammelte man weiterhin in Speldorf und überführte sie erst bei Bedarf nach Wedau. Nach der Stillegung 1959 übernahm die Stadt Mülheim 1962 das Gelände für ein neues Straßenbahn- und Busdepot.

Die Lokrichthalle

Die zwanzigständige Lokrichthalle wurde 1874 errichtet und 1894 sowie 1903 erweitert bzw. für eine neue Kranbahn aufgestockt. Ihre große Grundfläche von 137,5 m x 50 m führte schließlich mangels Nutzungsmöglichkeiten zum Abriss im Jahre 2004. Heute kann man noch ein kurzes Reststück besichtigen. Am Übergang zur noch erhaltenen Dreherei erkennt man den ursprünglichen Giebel von 1874. Die gesamte Halle war in drei Schiffe unterteilt. Markant sind die Fachwerkstützen, die Parabelträger der in Nietbauweise hergestellten Dachkonstruktion, die beiden Stützenreihen der Kranbahnen im Mittelschiff und die Rundfenster.

Die Dreherei

Die alte Dreherei wurde ebenfalls 1874 errichtet und 1909 nach Norden um 20 m auf jetzt 90 m erweitert. Die Breite von 27 m blieb dabei unverändert. Das Mittelschiff ist höher als die beiden Seitenschiffe und verfügt über ein großes Tor. Der Giebel weist Rundbogenöffnungen mit gusseisernen Sprossenfenstern auf. Eine Besonderheit bietet das Innere mit der vollständig erhaltenen Dachkonstruktion von 1874. Die gesamte Konstruktion stützt sich neben den Außenwänden auf zwei Reihen mit je 22 gusseisernen Stützen in Säulenform, die ein handwerklich anspruchsvolles, hölzernes Bindersystem von besonderem ästhetischem Reiz tragen. Neben dieser komplexen und faszinierenden Holzkonstruktion sind auch angegossene Flansche für die Aufnahme von Transmissionsriemen erhalten, die einst von der damals blühenden Mülheimer Lederindustrie gefertigt wurden. 

Die neue Lokrichthalle

Der bedeutendste „Neubau“ des Ausbesserungswerkes ist die 254 m lange und bis zu 57 m breite Lokrichthalle parallel zur Duisburger Straße. Heute wird die Halle für die Aufstellung der Bahnen und Busse der Mülheimer VerkehrsGesellschaft (MVG) genutzt. Während in den zwei gleich hohen Parallelschiffen die im Straßenplanum liegenden Gleise für die Bahnen und Freiflächen für die Busse angeordnet sind, befinden sich im dritten Schiff die Kantine, Büroräume, die Waschanlage und die Werkstatt für die Bahnen. Die großzügige Lokrichthalle ist neben den Hallen in Trier, Lingen und Göttingen eine der ersten deutschen Stahl-Konstruktionen dieser Art. Für ausreichend Tageslicht sorgt die fast vollständig verglaste Hallenkonstruktion. An der Rückseite erkennt man noch Reste einer ehemaligen Hofkranbahn. Im Inneren gab es in rund zehn Metern Höhe zwei Kranbahnen von Demag/Jäger auf Nietkonstruktionen.

Die Kesselschmiede

Die 90 m lange, bis 1915 vervollständigte Kesselschmiede hinter dem erhaltenen Ringlokschuppen besteht aus drei fast gleich breiten Schiffen. Ein seitlicher Anbau von 12 m war für die Nebenbetriebe vorgesehen. Heute wird die 57 m breite Halle aus Stahlfachwerk für die Wartung der Fahrzeuge der MVG und anderer städtischer Betriebe genutzt. Bis 2006 war sogar die Schiebebühne des Ausbesserungswerkes noch in Betrieb, um Straßenbahnen auf einzelne Stände zu verteilen. Leider ist dieses letzte Relikt des Eisenbahnbetriebes völlig verschwunden, um den gummibereiften Fahrzeugen die Zufahrt zu ermöglichen. Einst beförderten schwere 25 Tonnen bzw. 35 Tonnen Kräne auf einer oberen und solche mit 2-3 Tonnen Tragfähigkeit auf einer unteren Konsole Kessel im Fließgang durch das Gebäude. Werkzeuge für das Schweißen und Nieten und für das Einbringen der Stehbolzen, ein Sandstrahlgebläse, Reinigungseinrichtungen, eine Kümpelschmiede, die Stehbolzendreherei und die entsprechenden Lager hatten Platz in diesem Bau. Auch mit moderner Nutzung und geringfügigen Veränderungen lässt sich die Herkunft der ehemaligen Kesselschmiede aus der Kaiserzeit deutlich ablesen.

Das Kesselhaus

Als das Werk ab 1914 erweitert wurde, musste auch ein neues Kesselhaus gebaut werden. Das dreiteilige Ziegelbauwerk mit Satteldach, Simsen, rundbogigen Fensteröffnungen und Schornstein liegt vor der Kesselschmiede. Neben dem großen Maschinenhaus liegt der Zwischentrakt mit dem hohen Schornstein und den Wasch- und Baderäumen für die Mitarbeiter. Die Architektur mit glatten Mauerflächen verweist auf Tendenzen zu mehr gestalterischer Sachlichkeit im Industriebau nach der vorletzten Jahrhundertwende. Nach der Schließung des Ausbesserungswerkes haben die Betriebe der Stadt Mülheim das Kesselhaus übernommen.

Verlorene Bausubstanz

Ein schwerer Schlag für die Bahnangestellten und die Mülheimer Zulieferbetriebe war die Schließung des Ausbesserungswerkes Speldorf 1959 mit dem damit verbundenen Arbeitsplatzverlust bzw. der Versetzung in eine andere Stadt. Erstes markantes Abbruchopfer waren 1966 das Empfangsgebäude in Broich und wenige Jahre später die drei Stellwerke an den Broicher Bahnhofsausfahrten. Alle drei Gebäude findet man heute als Modelle auf der Ruhrtalbahn der Eisenbahnfreunde Mülheim an der Ruhr e.V. wieder. 2007 stand auch das zweite Stellwerk „Msf“ an der Straßenbahnunterführung in Speldorf auf der Abbruchliste. Die dortigen Gleise des Rangierbahnhofs und das kleine Gebäude der Gleiswaage verschwanden rund ein Jahr zuvor. Von den Eisenbahnfreunden Mülheim gerettet werden konnten das imposante gelbe Lademaß und ein Kilometerstein. Die Anlagen der Bahnmeisterei Speldorf, die Blockstelle Katzenbruch, der Schrankenposten 25 an der Friedhofstraße, die Brücke der Ruhrtalbahn über die RB, das große Übernachtungsgebäude gegenüber dem Wasserturm, einige Unterführungen, die Versorgungsanlagen für die Dampfloks, Güterrampen, die große Schiebebühne im heutigen Straßenbahndepot und zahlreiche kleinere Gebäude sind ebenfalls verschwunden. Abschließend bleibt nur zu hoffen, dass es gelingt, mit Hilfe des zu erstellenden Bebauungsplans den zukünftigen Nutzern des Geländes möglichst viele der zum Teil denkmalgeschützten Bauwerke zu erhalten. In den letzten Jahren und Jahrzehnten verschwanden bereits zu viele der einst das Stadtbild prägenden Bahngebäude in Speldorf und Broich, auch weil sie zu lange öffentlich nicht zugänglich waren.

(Beitrag aus: Zeugen der Stadtgeschichte – Baudenkmäler und historische Orte in Mülheim an der Ruhr. Hrsg. vom Geschichtsverein Mülheim an der Ruhr e.V., Klartext Verlag, Essen 2008)

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